Aelita

   Einen Moment schaute er ihr noch hinterher, dann wandte er sich ab und machte sich auf den Heimweg. Mühsam stapfte er durch den Sand und jeder Schritt fiel ihm schwerer als der vorhergehende. Seine linke Hand war zur Faust geballt, ein Krampf verhinderte, dass er sie öffnete und sein ganzer Arm brannte wie Feuer.
   Auf der Dünenkrone blickte er noch einmal zurück und erstarrte. Die Abenddämmerung war heraufgezogen, doch der Strand und das Meer waren noch immer voller Leben. Die Fischerboote kehrten von ihrem Fang heim und neben dem Stein, auf dem er eben gesessen hatte, spielten Kinder am Wasser, als wären sie die ganze Zeit da gewesen.
   Die Knie gaben nach unter ihm und er brach zusammen. „Du wirst Dinge sehen, Geräusche hören, riechen, schmecken – und nichts davon wird real sein. Dann wirst du schwere Muskelkrämpfe bekommen, zuerst in der linken Hand und dann im ganzen Arm“, hatte Aelita zum Abschied gesagt. Es war das Medikament. Sie hatte ihn gewarnt, doch er hatte nicht auf sie hören wollen. Er begann zu schluchzen wie ein Kind, drehte sich auf die Seite und versuchte, auf den Knien und mit einem Arm bis zu seinem Wagen zu kriechen. Aelita. Wo war sie? Was hatte er nur getan?
   Es reichte nicht. Wenige Meter vor seinem Auto verließen ihn die Kräfte; ihm wurde schwarz vor Augen und sein Herz hämmerte in wilden Schlägen gegen die Rippen. Mit geschlossenen Augen blieb er liegen, hörte auf zu kämpfen und hatte nur noch einen Gedanken im Kopf: Aelita.