Ausgeknockt

   Sie kuschelte sich in meinen Arm und schaute mir mit einem schmachtenden Blick in die Augen. „So etwa?“
   Sie verarschte mich. Sie hielt mich am ausgestreckten Arm über einen tobenden Vulkanschlund und sah lächelnd zu, wie ich gar gekocht wurde. Ich grummelte. „Ja, schon besser, aber noch ausbaufähig.“
   Sie schmiegte sich noch enger an mich und ihre Haare streichelten mein Kinn. Frühlingswiese, dachte ich nur. So muss eine Frühlingswiese duften, wenn morgens die Sonne aufging, und war schon wieder unterwegs in Richtung Wolke Sieben.
   „Ich möchte es trotzdem wissen“, flüsterte sie.
   Wenn sie es denn unbedingt wollte? So in meinen Arm gekuschelt, mit leiser Stimme würde auch eine Diskussion über Fetisch aufregend sein. Manchmal bin ich auch mit wenig zufrieden. „Nein, ich habe keinen Fetisch. Ich mag es aber, wenn eine Frau sich schön macht. Ihr Frauen habt so viele Waffen, warum benutzt ihr sie nicht? Manche kommen zu einem Date in Jeans und Turnschuhen und wundern sich, wenn der Mann dann ein Gesicht zieht. Es gab Zeiten und es gibt Länder, da würden Frauen so nicht einmal den Müll rausbringen. Seid ihr es euch heutzutage selbst nicht mehr wert, euch schön zu machen?“
   „Du bist ein sexistischer Dinosaurier, weißt du das?“
   Klar war ich das. Na und? Wozu waren Frauen denn sonst da, wenn nicht, um schön zu sein? Sie waren das Licht in der Welt eines Mannes. Frauen waren weich, sanft und vor allem schön, Männer waren hart und stur. Frauen waren nicht dümmer oder schwächer als Männer, sie waren nur anders. Intelligenz und innere Stärke hängen nicht davon ab, ob man Eierstöcke oder Klöten hat. Außerdem machen Frauen erst Männer zu dem, was sie sind.
   Sie knabberte wieder an meinem Ohr: „Erde an Hartwig …“
   „Entschuldige, ich war in Gedanken. Ich mache mich doch auch schön, pflege mich, ziehe mich gut an. Das bin ich mir und der, der ich begegne, einfach schuldig. Ich zeige dir, dass du mir wichtig bist.“