Ausgeknockt

   Urplötzlich wurde sie wieder ernst, schaute erst auf das Seidentuch und dann mich wieder an. Es war der gleiche Blick, mit dem sie mich angesehen hatte, als wir uns kennenlernten. Als suchte sie etwas, als wollte sie etwas finden in mir. Nur einen winzigen Augenblick, dann drückte sich mich nieder und schwang sich auf mich.
   Was sollte das jetzt? Ich war hier der Mann! Ich wollte sie vor mir hertreiben, ihr Stöhnen hören, ihre Muskelkontraktionen spüren und mich als Sieger fühlen, wenn es ihr endlich kam – und mir natürlich auch. Es ist eine Kunst, so etwas gleichzeitig hinzubekommen und ich war ein Meister darin.
   Doch was ich wollte, interessierte sie nicht. Sie bewegte sich auf mir, ich wollte mich ihr angleichen, aber sie schüttelte nur den Kopf, klammerte mich mit ihren Schenkeln fest und bewegte weiter ihren Unterleib. Sie blickte mir ins Gesicht dabei und wieder bekam ich das Gefühl, das sie mich prüfte, dass sie etwas wissen wollte und sich nicht traute, mich zu fragen.
   Es wäre sowieso zu spät gewesen für Antworten. Ich wollte jetzt keine fragenden Blicke und kein Suchen nach Antworten auf ungestellte Fragen. Sie passte sich mit ihren Bewegungen dem Stöhnen an, das sie aus mir heraus presste. Dann wurde sie schneller, heftiger, wilder und mein Blick wurde zu schwach, sie zu halten. Mit geschlossenen Augen lag ich unter ihr, von ihren Schenkeln und Händen gefesselt, fühlte jeden Zentimeter ihrer Haut und musste zulassen, dass sie sich selbst als Instrument für meine Lust benutzte. Wie eine Furie ritt sie auf mir und der Schmerz, als sie die Nägel ihrer Hände in meinen Rücken grub, wurde zu Lust, genau wie die Bisse ihrer Zähne in meine Brust.
   Dann bog sich mein Körper unter ihr in einem unmöglichen Winkel, etwas in mir wollte sie abwerfen, doch sie presste mich mit ihren Schenkeln wie in einem Schraubstock zusammen – und hielt still!
   Ich schnappte nach Luft, trauerte etwas hinterher, das hätte eine Explosion sein können, da begann sie das Spiel von vorn. Wieder verhielt sie, kurz bevor ich explodierte und streckte auch noch einen Arm aus über meinen Kopf, als suchte sie da nach etwas und mir reichte es!
   Mit einem gewaltigen Ruck warf ich sie ab, zwang sie gegen ihr Gestrampel auf den Rücken und spreizte ihr die Beine. Ihr geflüstertes: „Ich will es nicht so!“ ignorierte ich genauso wie ihre kleinen Hände, die sie gegen meine Brust stemmte, um mich an dem zu hindern, was ich jetzt wollte. Ich nahm mir, was mir gehörte, hätte sie es anders gewollt, hätte sie mich nicht so anheizen dürfen.
   Jetzt schlug sie sogar nach mir und mit meinen Händen fesselte ich ihr die Handgelenke über dem Kopf, drang in sie ein, und obwohl sie vorhin noch so wild auf mir getobt hatte, lag sie auf einmal regungslos wie eine Gummipuppe.