Ausgeknockt

   „Ich habe immer Lust“, lag mir auf der Zunge, doch den Stammtischspruch hatte sie nicht verdient. Die beiden straffen Rundungen unter der glänzenden Seide ihres Rocks versprachen den Himmel und so folgte ich ihr brav zur Couch. Zwei Minuten und nur wenige Sätze hatte sie gebraucht, um mich dreimal auf den Rücken zu legen und damit war klar, dass ich mit ihr das Gleiche tun würde.
   Ich mochte es, wenn Frauen nicht nur ihren Körper benutzten, sondern, sofern vorhanden, auch ihr Gehirn. Sex ohne Intelligenz war nichts weiter als Rammeln und ich war kein Karnickel. Ich mochte es nur nicht, wenn sie ihren Grips benutzten, um mich aufzuspießen. Das war meine Sache und dafür hatte die Natur mir auch das passende Körperteil gegeben.
   Kaum saßen wir, verwandelte sich die Schönheit mit der spitzen Zunge in eine samtig schnurrende Katze mit eingezogenen Krallen. Sie plauderte mit einer Leichtigkeit und Weltgewandtheit, die mir gerade einmal Platz ließen für ein gelegentliches Nicken oder Kopfneigen und nach einer halben Stunde kam ich mir vor wie der Wackeldackel in meinem ersten Trabbi. Doch ich bin ein Gentleman und so ließ ich ihr genügend Freiraum, mir ihre Wichtigkeit zu demonstrieren.
   Sie arbeitete in einer Bank und kannte sich recht gut in der Informatik aus. So, wie sie auftrat und redete, tippte ich auf Vertrieb, ohne sie jedoch danach zu fragen, denn das verboten die Regeln. Aber es war mein Stichwort, und ich erzählte ihr, dass ich in den letzten vier Jahren keinen Urlaub mehr gemacht hatte, weil ich ständig durch die Welt jetten musste, um sie zu retten. Jedes dieser Jahre hatte mehr als dreihundert Projektarbeitstage gehabt, so gefragt waren meine Fähigkeiten gewesen und ich genoss ihre Bewunderung dafür. Dass ich morgen einen Vertrag in der IT-Abteilung einer hiesigen Bank abschließen würde, der mir pro Monat mehr als fünfzehntausend Euro einbringen würde, schien sie ziemlich zu beeindrucken. Sie riss die eben noch halbgeschlossenen Augen weit auf und starrte mich an, als sei ich ein Fabeltier.
   Dann hauchte sie: „Sag das noch einmal. Welche Bank?“
   Ich wiederholte es, sie schüttelte mit gerunzelter Stirn den Kopf, als könnte sie es nicht glauben und mir wurde warm im Bauch. Es würde ein schöner Abend werden.
   Nach einem ziemlich langen Moment des Nachdenkens, worüber auch immer, erhob sie sich. „Ich verschwinde mal kurz für kleine Mädchen. Fang nicht ohne mich an, ja?“
   Diese Frau war einfach unglaublich! Nicht nur ich schaute ihr Brandlöcher in die Seide über ihrem Hintern, während sie durch die Bar Richtung Toiletten tippelte.