20 Juli 2022

Plädoyer: Ausgeknockt

Ausgeknockt

Luxemburg, Frühling 2002

Vor zehn Minuten hatte die letzte Personalreferentin von Jean-Louis Danglar ihr Büro verlassen. Dass er noch länger blieb, war nicht unüblich. Auf dieser Etage war bekannt, dass er sich jeden Donnerstagabend Zeit nahm, festzulegen, wer ab Montag der Angestellte der Woche sein würde und da er dabei auch vor seiner eigenen Abteilung nicht zurückschreckte, traf er die Auswahl immer erst dann, wenn er alleine war. Es war nur ein kleines schwarzes Kreuz auf seiner Personalakte, aber für den Betreffenden bedeutete das nichts Gutes. Es war so etwas wie eine inoffizielle gelbe Karte, die nie ausgesprochen oder irgendwo schriftlich festgehalten wurde und der Delinquent selbst bemerkte es nur dadurch, wenn überhaupt, dass ihm eine Woche lang sein Abteilungsleiter und die Banksicherheit auf den Füßen standen und seinen Arbeitsprozess durchleuchteten.

Die Akte, die Danglar jetzt aus seiner Tasche nahm und auf den Tisch legte, war die von Viktoria Weinhold. Sie trug bereits viele schwarze Kreuze. Ein paar Sekunden blickte er darauf, dann stand er auf, verließ sein Büro und holte sich aus dem Spender auf dem Flur ein Glas Wasser. Auf dem Rückweg schritt er den gesamten Flur ab. Er wollte sicher sein, dass er wirklich alleine war auf dieser Etage.

Zurück in seinem Büro, stellte er das Glas zu seiner Linken ab und öffnete die Akte. Auf der Innenseite war eine Computerdisk in einem Umschlag festgeklebt. Einen Moment betrachtete er den Umschlag, dann schlug er die Akte wieder zu und schaltete seinen Rechner aus, griff sich Hut und Mantel, verließ sein Büro, nicht ohne es vorschriftsmäßig abzuschließen, und fuhr ins Erdgeschoss.

„Angenehmes Wochenende, Vincent“. Grüßend tippte er mit der Hand an den Hutrand.

Der Sicherheitsbeamte schmunzelte. „Das wünsche ich Ihnen, Herr Danglar. Ich muss morgen noch arbeiten. Ist ja erst Donnerstag.“

Danglar war schon ein paar Schritte weiter. Abrupt blieb er stehen. „Donnerstag? Sind Sie sicher?“

„Aber ja.“

„Mir war wie Freitag. Ich werde wohl alt. Dann kann ich ja doch die Akte noch mitnehmen. Meine Frau mag es nicht, wenn ich am Wochenende Arbeit mit nach Hause bringe. Ich bin gleich wieder da.“ Er drehte sich um und ging mit schnellen Schritten zum Aufzug.

Kopfschüttelnd blickte der Wachmann ihm hinterher.

Kaum hatte sich die Tür des Aufzugs in seiner Etage geöffnet, drängte Danglar sich hindurch. Mit eiligen Schritten durchmaß er den Flur, aber er lief nicht. Er wollte nicht das Risiko eingehen, dass er jemanden übersehen hatte und derjenige sich über Danglars Eile Gedanken machte. Seine Hand zitterte ein wenig, als er den Schlüssel in das Schloss zu seinem Büro steckte.

Er schaltete seine Schreibtischlampe an, kroch unter seinen Schreibtisch und zog das Netzwerkkabel aus seinem Computer. Ächzend richtete er sich wieder auf, schlug den Aktenordner von Viktoria auf, entnahm ihm die CD, schob sie in den Schlitz des Laufwerks und schaltete seinen Computer ein. Leise summte einer der drei Motoren im Laufwerk, der die Computerdisk beschleunigte, die Lüfter des Computers nahmen ihre Arbeit auf und der Monitor flackerte auf.

Nervös blickte er auf seine Armbanduhr, dann zur Tür. Das Summen des Laufwerks wurde unrhythmisch: Ein weiterer Motor hatte sich eingeschaltet und positionierte den Laser, um die gespeicherten Informationen auf der CD zu lesen. Der Computer bootete mit einem Linux-Betriebssystem, in schneller Folge liefen über den Bildschirm des Monitors Programmzeilen. Danglar sagten sie nichts, er wusste auch nicht genau, was jetzt geschah. Aber das musste er auch nicht. Er hatte genaue Anweisungen, wann er welche Aktion auszuführen hatte. Es waren nicht viele.

Er schob die Akte von Viktoria Weinhold in seine Tasche, stand auf, ging auf den Flur und lauschte. Nichts war zu hören. Er ging zurück, blieb vor dem Monitor stehen und wippte ungeduldig mit den Spitzen seiner Schuhe. Wieder blickte er auf seine Armbanduhr. Als er den Blick hob, stand ein Wort auf seinem Monitor, weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund: NINOR.

Danglar stieß die Luft aus. Er entnahm dem Laufwerk des Computers die Disk, steckte sie in die Innentasche seines Sakkos, dann kroch er wieder unter seinen Schreibtisch und steckte das Netzwerkkabel in die entsprechende Buchse des Computers. Nachdem er sich wieder hervorgearbeitet hatte und sich dabei schmerzhaft den Kopf an der Tischplatte gestoßen hatte, schaltete er den Monitor aus.

Stöhnend wischte er sich mit einem Taschentuch den Schweiß von seiner Glatze. Er schaltete seine Schreibtischlampe aus, nahm seine Aktentasche und ging zur Tür. Von dort warf er noch einen letzten Blick in sein Büro. Die grüne Betriebsanzeige des Computers leuchtete, er kehrte noch einmal zurück und drehte seinen Stuhl so, dass er das Licht verdeckte. Es war nicht wichtig, aber er wollte kein unnötiges Risiko eingehen. Sobald das Programm das Netzwerk und dessen Sicherheitsmaßnahmen analysiert hatte, würde es sich in den Arbeitsspeicher des Hauptrechners der Bank schreiben, sich selbst aus dem Computer Danglars spurenlos löschen und ihn herunterfahren. Niemand würde je erfahren, über welchen Weg es ins System gelangt war. So hatte man es ihm erklärt.

Er war ein nachtragender Mann und seine Rache war ihm einhunderttausend Dollar wert gewesen, von denen er fünfzigtausend bereits bezahlt hatte. Den Rest würde er übergeben, sobald das Programm die Finanzen auf einigen hundert Bankkonten kräftig durcheindergewirbelt und danach einen Transfer von zwei Millionen Dollar auf ein Nummernkonto einer Bank auf den Cayman-Inseln durchgeführt hatte. Für jeden musste es so aussehen, als würde das Finanzchaos angerichtet worden sein, um genau diesen einen Transfer zu verstecken. Aber selbstverständlich würde man ihn entdecken, dafür würden schon die Mechanismen sorgen, die Viktoria Weinhold in der Bank installiert hatte, auch wenn sie den Transfer selbst nicht würden verhindern können. Es würde eine Weile dauern und ein wenig Druck brauchen, bis man herausfand, wem dieses Konto auf den Cayman-Inseln gehörte, aber herausfinden würde man es. Roger Duchamp verstand bei so etwas keinen Spaß. Es war gut möglich, dass ihn der Schlag traf, wenn er den Namen des Kontoinhabers erfuhr: Dr. Elena Viktoria Weinhold.

Aber so weit gingen die Hoffnungen von Jean-Louis Danglar nicht. Es reichte ihm, wenn jeder in der Führungsetage wusste, dass er mit seiner Warnung vor ihr Recht gehabt hatte. Er empfand das Leben als öde und eintönig und nur die Macht, die er über das Schicksal jedes Mannes und jeder Frau hier hatte, verschaffte ihm so etwas wie Befriedigung. Viktoria hatte an dieser Macht gekratzt und da kannte er kein Pardon. Dass sie ihn im Moment seines Orgasmus alleine gelassen hatte, warf er ihr nicht einmal vor. Aber sie hatte ihn beschimpft, ihn in seiner Würde verletzt und damit den Bereich verlassen, den er ihr zugewiesen hatte. Sie hatte sich über ihn erhoben, nicht nur körperlich, sondern als Mensch, als Frau ihn von oben herab behandelt. Sie kannte ihren Platz nicht in der Rangordnung und an ihm war es, ihn ihr zu zeigen: im Gefängnis.

Sein erster Gedanke damals im Hotelzimmer war gewesen, es ihr so besorgen zu lassen, dass sie ihre Beine nie wieder richtig zusammenbekam. Sie wäre nach Haue gekommen und hätte ein paar Einbrecher dabei erwischt, wie sie ihr gerade die Wohnung ausräumten. Ein paar Nächte lang hatte er sich in jedem Detail ausgemalt, wie sie sie quälen und was sie alles mit ihr anstellen würden. Es hatte ihn so sehr erregt, dass er sogar seine darüber mehr als nur verwunderte Frau nach langer Zeit wieder einmal bestiegen hatte. Doch dann hatte er sich dagegen entschieden. Er traute ihr zu, dass sie sich selbst nach einer Vergewaltigung wieder erholte und dann auch noch von ihrem Opferstatus zusätzlich profitieren würde. Er hätte sie damit nicht zerstört, sondern nur noch weiter erhoben. Außerdem gönnte er niemandem das Vergnügen, um das ihn die Nutte betrogen hatte.

So fand er das, was er jetzt tat, viel schlimmer: Er schlug sie auf ihrem ureigensten Gebiet und es würde nicht einmal die Tatsache sein, dass sie ins Gefängnis musste, sondern dass jeder sah, dass ihre fachliche Qualifikation nicht mithalten konnte mit dem Stolz, den sie vor sich herschob wie einen stinkenden Güllewagen.
Er ging zum Aufzug. Nicht sonderlich schnell diesmal. Er wusste, dass er alle Zeit der Welt hatte.

***

Sprühend vor Energie, schritt Doktor Elena Viktoria Weinhold wie eine Königin herein, ohne jede Überheblichkeit, aber stolz. Ihre Art, sich zu bewegen, war typisch weiblich und strahlte trotzdem Entschlossenheit und Charakter aus. Selbst Roger Duchamp konnte sich mit seinen fünfundsiebzig Jahren ihrer Attraktivität nicht verschließen.

Kräftig gebaut, war es ihre Größe, die sie schlank aussehen ließ. Mit hoch angesetzten, starken Wangenknochen und wie bei Asiaten leicht schräggestellten Augen besaß sie eine herbe Schönheit, die sich dem nur flüchtigen Betrachter entzog. Aus ihren grünen Augen leuchtete verführerisch kalt mehr Intelligenz, als den meisten Männern lieb sein konnte. Ihre Bluse war so strahlend faltenfrei weiß, als hätte sie sie gerade erst aus dem Schrank geholt, jedes Haar war gebändigt, die Lippen rot, aber nicht zu sehr und sie trug einen kaum erkennbaren Hauch von Rouge auf den Wangen. Dass sie seit gestern früh die Bank nicht mehr verlassen, kaum gegessen, nicht geschlafen und in den letzten vierzig Stunden wahrscheinlich härter gearbeitet hatte, als alle drei Männer in diesem Raum zusammen, sah man ihr nicht an.

Alles, was sie erreicht hatte, hatte sie durch eine unglaubliche Zähigkeit geschafft und dadurch, dass sie in jedem das gleiche Feuer entfachen konnte, das auch in ihr loderte. Nur nutzte es ihr jetzt nichts mehr. Das Urteil stand seit dem gestrigen Morgen fest. Draußen warteten bereits zwei Männer der Banksicherheit auf den Moment, an dem Viktoria den Raum wieder verlassen würde.

Roger Duchamp hatte sich vor der Besprechung ihre Akte von Danglar geben lassen und wusste, dass ihre Erfolge nicht auf Protektion zurückzuführen waren, sondern einzig und allein auf ihre Fähigkeiten. Lady Löwenherz nannten ihre Leute sie hinter ihrem Rücken und da waren etliche darunter, die weit älter und viel länger in der Bank waren als sie. Trotzdem hatte sie sie mit ihren Ideen mitgerissen, ihrem Feuer und ihrer scheinbar nie versiegenden Energie. Es gab kein Getuschel über Männergeschichten hinter ihrem Rücken, ihre Akte war so weiß wie die Bluse, die sie trug.

Sie hatte in Dresden in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Robotron gearbeitet, dem einzigen Computerproduzenten der ehemaligen DDR. Nach der Wende hatte sie in Luxemburg in der Duchamp Banque de Lux angefangen und nur ein Jahr gebraucht, um nebenbei ihr Informatikdiplom westsicher zu machen. Sechs Monate nach ihrer Hochzeit war ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie hatten nicht mehr viel Zeit miteinander verbringen können, sie hatte ihn erst hier in Luxemburg kennengelernt. Den Schlag hatte sie kompensiert, indem sie sich in der Bank vergraben und noch härter gearbeitet hatte als vorher. Dann war ein Schub Multiple Sklerose gekommen, sie hatte Cortison nehmen müssen und das hatte sie innerhalb eines halben Jahres mehr als zwanzig Kilogramm Körpergewicht zunehmen lassen. Zwei Jahre später hatte sie ihre Doktorarbeit vorgelegt. Cybersecurity: Defense in Depth war der Titel gewesen und sie hatte ihr den Auftrag der Bank eingebracht, das, was sie da beschrieben hatte, auch umzusetzen. Der Angriff vor zwei Tagen hätte ihr größter Sieg werden können. Nun würde es ihre schlimmste Niederlage sein.

Sie setzte sich Roger Duchamp gegenüber an die Schmalseite des langen Konferenztisches und degradierte so die beiden anderen Männer an den Längsseiten zu Statisten. Sie wusste offenbar, um was es hier ging und so fand der Vorstandsvorsitzende den Vergleich mit einer Königin durchaus passend. Auch Maria Stewart hatte gewusst, wer sie auf ihrem Weg zum Schafott erwartete.

Als hätte sie seine Gedanken gelesen, blickte sie ihm über den langen Tisch hinweg ins Gesicht. „Ich bin da, Roger“, sagte sie mit ihrer angenehmen Altstimme, als wären sie beide nur alleine im Raum.
Er nickte ihr zu. „Es tut mir leid, Viktoria, dass wir uns unter so unglücklichen Umständen hier treffen müssen. Deshalb, bevor wir zum unangenehmen Teil kommen, erlaube ich mir, Ihnen meinen Dank für die harte Arbeit der letzten Tage auszusprechen. Ich weiß es zu schätzen.“ Wenn es eine Entschuldigung war, so war es nicht mehr als eine Floskel. Er war ein Gentleman alter Schule, was nichts anderes bedeutete, als dass er sich erst eine Serviette umband, bevor er seinem Gegner an die Gurgel ging oder jemanden feuerte, der nicht seinen Erwartungen entsprochen hatte. Er hatte ihr auch nur für die letzten Tage gedankt, aber nicht für die zehn Jahre vorher. Jeder im Raum hatte das verstanden.

Er hakte die Daumen in die Ärmelöffnungen seiner Weste, wie er es auch schon vor fünfzig Jahren getan hatte, als er nach seiner Banklehre das erste Mal alleine hinter einem Schalter in diesem Haus gestanden und auf seinen ersten Kunden gewartet hatte. Seit über fünfzehn Jahren – dem Tag, als er den Vorstand der Bank von seinem Vater übernommen hatte – betrat er jeden Morgen auf die Minute genau um neun Uhr fünf die Hauptfiliale, in der rechten Hand seine über vierzig Jahre alte Aktentasche, in der linken Hand die neueste Ausgabe des Wallstreetjournal und exakt um dreißig Minuten nach drei verließ er sie wieder. Klein und unscheinbar, mit halblangem weißem Haar, dass er jeden Freitagnachmittag von dreizehn bis dreizehn Uhr dreißig frisieren ließ, war er akribisch und berechenbar. Das verlangte er auch von allen seinen Mitarbeitern und so führte er auch seine Bank. Berechenbarkeit und Verlässlichkeit sind in der heutigen Zeit unser Kapital, mehr als jedes Geld, sagte er bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Kurz: Solidität! Das ist es, was unsere Kunden an uns schätzen.

Jetzt war es kurz nach elf Uhr am Abend. Gesternmorgen hatte sich ein Kunde bei ihm persönlich beschwert, dass von seinem Konto drei Millionen Dollar transferiert worden waren, die er nicht autorisiert hatte. Weitere Anrufe waren gefolgt und es hatte sich herausgestellt, dass in der Nacht innerhalb der Bank mehr als zwei Milliarden Dollar auf gut fünfhundert Konten elektronisch bewegt worden waren, und noch immer wusste niemand, wie genau das geschehen war.

Er blickte in die Runde. „Der vorläufige Bericht unserer IT-Abteilung liegt vor. Andreas, haben Sie noch etwas hinzuzufügen, was Sie nicht darin aufnehmen wollten? Dann wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt dafür“, sagte er und richtete seinen Blick auf Andreas Wetzler, den Chef der Bank-IT, einen breitschultrigen Mann mit goldgerahmter Brille und den Händen eines Holzfällers. Trotzdem konnte er locker auf einer Computertastatur mit jeder Sekretärin an ihrer Schreibmaschine mithalten. Erst vor einem halben Jahr war er auf seine Position befördert worden, für ihn ziemlich überraschend, auch wenn sein Vater im Vorstand der Bank saß. Wie alle anderen auch hatte Andreas Wetzler erwartet, dass seine bis dahin Vorgesetzte Viktoria Weinhold diesen Posten übernehmen würde.

Doch es war anders gekommen, weil Jean-Louis Danglar, die vierte Person im Raum, Vorstandsmitglied und Personalchef der Bank, sein Veto eingelegt hatte. Ohne jeden Ausdruck in seinem quadratischen Bullenbeißergesicht, saß er im maßgeschneiderten dunklen dreiteiligen Anzug Viktoria gegenüber. Nur auf seinem kahlen Kopf glänzten einige Schweißtropfen und fast schon demonstrativ deutlich hatte er sie noch nicht einmal angeblickt.

Sie kommt aus dem Osten, sie ist eine Frau, sie ist zu jung und sie hat vererbte Multiple Sklerose, die irgendwann durchbrechen wird, ihr Bruder sitzt bereits für den Rest seines Lebens im Rollstuhl, hatte er Roger Duchamp entgegengehalten, als sie die Frage des Nachfolgers des in Pension gehenden Chefs der IT diskutiert hatten. Egal, wie hart sie arbeitet, egal wie gut sie ist, drei dieser Makel werden ihr immer bleiben. Willst du wirklich die Sicherheit der Milliarden unserer Kunden in die Hand einer jungen, unerfahrenen Frau aus dem Osten legen, deren Krankheit eine tickende Zeitbombe ist?

Er war es auch, der sich einmischte, bevor Wetzler antworten konnte. „Was würde es ändern? Es freut mich zwar nicht, dass ich Recht hatte, als ich nicht sie, sondern Andreas für die Leitung der IT unserer Bank vorschlug, aber wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen, Roger. Wir haben ihr Millionen für ihr Projekt Cybersicherheit in die Hand gegeben und das Resultat davon ist, dass man uns die Bank ausgeräumt hat.“ Noch immer sah er sie nicht an, er nannte nicht einmal ihren Namen.

„Aber das stimmt doch gar nicht,“ widersprach Andreas Wetzlar. „Es ist nicht ein Cent heraustransferiert worden. Das haben wir verhindern können. Viktoria hat es verhindert. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ihr Sicherheitssystem nicht alle Transfers nach draußen blockiert hätte.“

„Und da sind Sie sich absolut sicher, ja? Wer sagt Ihnen, dass, wenn sich der ganze Rauch verzogen hat, wir nicht feststellen, dass sich ein paar Millionen in Luft aufgelöst haben, einfach so?!“

„Die Bankenaufsicht, Jean-Louis.“ Roger Duchamp schaltete sich ein. „Ich habe vor einer halben Stunde den Bericht bekommen. Sie sind fertig und sie bestätigen, dass nicht ein Cent die Bank verlassen hat.“

„Das glaube ich nicht. Das geht mir zu schnell.“ Danglar reckte das Kinn vor. „Aus welchem Grund sollte jemand so etwas riskieren, ohne einen Vorteil davon zu haben? So etwas tut niemand, der noch bei Verstand ist. Es sei denn …“ Nachdenklich blickte er Andreas Wetzler an. „Haben Sie Feinde hier, Andreas?“

„Was hat das mit mir zu tun?“

„Nun ja, immerhin ist dadurch nicht nur die Bank, sondern vor allem ihre IT sehr in Misskredit geraten. Und Sie sind noch nicht so lange Abteilungsleiter.“

„Beides ist mir nicht entgangen. Aber es war niemand aus unserer Abteilung. Dafür verbürge ich mich. Und falls Ihre Bemerkung in irgendeiner Form auf Viktoria zielt und den Verdacht beinhaltet, dass sie es gewesen sein könnte, weil ich die Position des Abteilungsleiters bekommen habe und nicht sie, so möchte ich zu Protokoll geben, dass sie mich seit meiner Ernennung in allen Belangen unterstützt hat. Der Verdacht, wenn es denn einer sein sollte, ist einfach nur abstrus.“ Er blickte zu ihr hinüber. Sie verzog keine Miene.

Danglar nickte. „Natürlich, so kennen wir sie ja schließlich. Nur frage ich mich, ob ich der Einzige hier bin, dem auffällt, dass Sie sie sofort genannt haben. Sie, nicht ich!“

„Das reicht!“ Roger Duchamp unterbrach den sich anbahnenden Disput. Er hatte nicht laut gesprochen, trotzdem brachte seine heisere Stimme die beiden Kontrahenten zum Verstummen. „Wir werden uns hier nicht auch noch selbst zerfleischen. Die Kriminalpolizei geht jeder verwertbaren Spur nach, wenn auch mit weniger Nachdruck, als ich mir wünschen würde und das, weil Andreas recht hat: Der Bank ist kein Schaden entstanden.“

„Bitte verzeih, wenn ich da widersprechen muss.“ Danglar war noch nicht bereit, aufzugeben. „Erstens …“, er erhob eine Hand und spreizte den Daumen nach oben, „haben wir bis jetzt vierhundertachtundneunzig Kunden identifiziert, auf deren Konten insgesamt zwei Milliarden und vierhunderteinzwanzig Millionen Dollar über vierzig Stunden lang nicht einen Cent erwirtschaftet haben, weil sie irgendwo in der Bank spazieren gegangen sind.“ Er spreizte den Zeigefinger. „Zweitens ebenso wenig uns.“ Der Mittelfinger: „Drittens: Wir müssen Personal abziehen und es wird Wochen benötigen, diesen Schaden für unsere Kunden überhaupt erst zu berechnen. Personal, das Geld kostet. Viertens …“, jetzt kam der Ringfinger. „Das Konzept von Doktor Weinhold hat sich offensichtlich als untauglich erwiesen. Wir haben damit eine Millioneninvestition versenkt und müssen wieder von vorne anfangen. Aber alles das ist nichts gegen den Vertrauensverlust, den diese Bank erlitten hatten. Fünftens …“ Er ballte die Faust und blickte zu Roger Duchamp. „… ist das ein Schaden, der durch nichts zu beziffern ist. Alles, was du und dein Vater, Roger, in vierzig Jahren in dieser Bank aufgebaut haben, ist zerstört worden und das ist nicht durch Geld zu beziffern. Von mir aus können wir dieses Gespräch an dieser Stelle beenden. Meine Männer warten draußen auf sie.“

Roger Duchamp blickte Wetzler an. Der zuckte die Schultern und schwieg. Er wusste, dass er mit seiner Fürsprache für Viktoria mehr getan hatte, als gut für ihn und seine weitere Karriere war. Der Blick, den ihm der alte Danglar zuwarf, sagte das mehr als deutlich.

„Viktoria?“

„Ein letztes Wort vor der Hinrichtung?“ Mit nur ein ganz klein wenig Spott um die Augenwinkel blickte sie in die Runde. „Nein, tut mir leid. Ich will sie auch nicht unnötig lange mit meiner Anwesenheit belästigen. Jeder hier weiß, dass ich immer mein Bestes gegeben habe. Wie es aussieht, hat es nicht gereicht. Sie müssen meinetwegen keine Schmierenkomödie aufführen. Das Ergebnis stand doch bereits fest, bevor ich diesen Raum betreten habe. Deswegen würde ich jetzt auch gerne gehen wollen. Ich könnte ein wenig Schlaf vertragen.“

Selbst jetzt fiel sie nicht aus der Rolle der stets beherrschten, sich durch niemanden aus der Ruhe bringen lassenden Frau. Roger Duchamp konnte nicht anders, als ihr dafür seinen Respekt zollen. „Dann sollten wir es auch nicht hinauszögern.“ Er blickte auf seine Uhr. „In knapp einer Stunde erwartet der Vorstand, besser gesagt, der Teil, der noch wach ist, nicht nur einen Bericht von mir, sondern auch einen Maßnahmeplan. Ich denke, damit kommen wir auch ohne Sie zurecht. Danke Viktoria. Andreas, begleiten Sie sie bitte nach draußen?“

Erstaunt schaute der IT-Chef den Vorstandsvorsitzenden an. Aber dann dachte er an die Blicke von Danglar und stand auf. „Natürlich,“antwortete er.

Viktoria erhob sich und Wetzler kam sich ein bisschen wie ein Idiot vor, weil ihm nichts anderes blieb, als ihr nachzulaufen.

Roger Duchamp wartete, bis sich die Tür geschlossen hatte, dann brummte er: „Jean-Louis, ich kenne dich jetzt fast seit zwanzig Jahren und ich habe deinen Rat immer geschätzt. Aber was bitte, war das eben? Hätte ich nicht Wetzler, sondern dich fragen sollen, ob es dem Bericht noch etwas hinzuzufügen gibt?“

Scharf sah er seinen Personalchef an. Der verzog keine Miene. „Was sollte das sein? Irgendwo habe ich sie gemocht, ihre Ausstrahlung konnte sich ja wohl keiner entziehen. Deswegen habe ich dich ja vor ihr gewarnt. Sie hat sich überschätzt, mehr Schein als Sein. Ich habe mich geärgert, dass meine Befürchtungen tatsächlich eingetroffen sind. Tut mir leid, wenn das falsch herüberkam. Ich mache mir nur Sorgen um die Bank.“ Er erhob sich und reckte sich, dass seine Gelenke knackten. „Ich würde mich gerne vor der Vorstandssitzung noch ein bisschen frisch machen.“

„Natürlich. Wir sehen uns dann oben.“ Roger Duchamp ging zum Fenster und sah mit gerunzelter Stirn auf die Lichter des nächtlichen Luxemburg unter ihm. Hinter ihm klappte die Tür.

Wütend stampfte Danglar den Flur entlang, riss die Tür zu den Waschräumen und Toiletten auf und knallte sie hinter sich wieder zu. Dann wusch er sich ausgiebig Hände und Gesicht. Als er damit fertig war, stützte er die Hände auf das Panel, blickte in den Spiegel und dachte nach. Er hatte sich den Bericht der IT genau angesehen, hatte mit den Buchprüfern gesprochen und auch mit den Leuten von der Computerforensik der luxemburgischen Polizei.

Zuerst hatte er angenommen, dass die Sicherheitssysteme, die Viktoria Weinhold installiert hatte, den Transfer auf ihr Konto verhindert hatten und derjenige, den er mit dem Programm beauftragt hatte, doch nicht so schlau war, wie er vorgegeben hatte. Doch Danglar hatte auch Wetzler auf den Zahn gefühlt und der hatte bestätigt, dass sie, sollte so etwas versucht worden sein, es in jedem Fall erfahren hätten. Damit blieb als einzige Möglichkeit, dass das Programm die Überweisung nicht ausgeführt hatte und das nicht deswegen, weil es daran gehindert worden war, sondern weil es nicht vorgesehen gewesen war in seinem Code. Danglar wusste, dass man ihn gelinkt hatte! Er zeigte seinem Spiegelbild die Faust.

***

„In den wenigen Minuten, die sie mir ließen, meine Sachen zusammenzupacken, schwor ich mir, dass mir das nie wieder passieren würde, dass ich jede Rechnung, die man mir je auf den Tisch gelegt hatte und noch würde, mit gigantischen Zinsen einfordern würde.“

Ein Donnerschlag krachte draußen, als wollte das Unwetter ihren letzten Satz unterstreichen. Der Sturm heulte um das Haus und Regentropfen klatschten deutlich hörbar gegen die Fenster. „Ich bin eine Frau und die Natur hat meinem Geschlecht Waffen gegeben, denen Männer nichts entgegenzusetzen hätten, wenn wir sie denn benutzen würden. Aber jedes Mal, wenn ich durch die Stadt gehe und die grauen Mäuse mit ihren gesenkten Köpfen sehe, frage ich mich, warum wir so dumm sind, sie nicht zu benutzen. Graue Löwinnen, die sich haben einreden lassen, sie seien Kaninchen; blasse Adler, die sich auf ihrem Ast mit dem zufriedengeben, was ihnen ihre Wärter in die Voliere werfen, Schafe, die sich ihren Schlachter selbst gewählt haben.

Wir besitzen von Geburt an Liebreiz, Anmut, becircenden Charme und ein umwerfendes Lächeln. Wir benutzen es nicht so oft, aber wenn wir es tun, haut es unserem Gegenüber die Beine weg. Wir sind ein Schaumgummiball mit Stahlkern – weich, aber nicht nachgiebig; kühl, aber nicht gefühllos; trickreich, aber nicht hinterfotzig; geheimnisvoll, aber nicht abgründig; unnahbar, aber berührbar. Wir gewähren immer Gnade, aber nie Verzeihung; halten unsere Konten ausgeglichen, auch die emotionalen und: Wir vergessen niemals! Jeden Morgen vor dem Frühstück schaufeln wir einen Berg Steinkohle auf unser Feuer und der Mann, der uns danach begegnet, fängt sich Brandblasen ein. Auf dem Weg nach oben sind innere Stärke, eiserne Disziplin, ein heißes, wenn auch gepanzertes Herz, immerwährende Selbstkontrolle und wenig Schlaf unabdingbar, viele, viele Jahre lang. Na und? Wir können ihn bezahlen! Wir können gewinnen und wenn doch einmal eine Niederlage dazwischen kommt, lecken wir uns die Wunden, springen wieder auf und reißen ihm mit einem Lächeln um unsere schönen Lippen das Gemächt ab, selbst, wenn wir es dazu vorher noch zärtlich streicheln müssen, schließlich ist unser Körper nichts unberührbar Wertvolles, dass wir nicht benutzen sollten für das, was wir wollen. Wieder sind es übrigens die Männer, die uns genau das einreden und natürlich auch die ehrbaren Frauen.“

Sie sprach das Wort ‚ehrbar‘ wie ein Schimpfwort aus und tatsächlich flog eine Sekunde etwas wie Abscheu über ihr Gesicht, dann lächelte sie mit einem leisen Anflug von Traurigkeit. „Das ist auch so ein verdrehtes Männerkonzept: Ehre. Nur geschaffen, damit man Dummköpfe zwischen die Beine fassen und sie an einem unsichtbaren Seil in der Manege des Lebens nach der eigenen Pfeife tanzen lassen kann. Ein Mann handelt ehrenvoll, wenn er das tut, was andere von ihm erwarten, eine Frau ist ehrsam, wenn sie das macht, was Mann/Eltern/Brüder wollen. Denkt man das konsequent zu Ende, landet man dabei, dass es in Ordnung ist, der Schwester den Kopf abzuschneiden, weil sie nicht den Mann liebt, den Papa ihr ausgesucht hat und das eine ehrsame Frau sich gefälligst selbst umzubringen hat, wenn sie zur falschen Zeit am falschen Ort war und ein perverser Feigling gar nicht anders konnte, als über sie herzufallen wie ein Tier. Ehre ist der Name des Pferchs, in den man die Schafherde einsperrt. Mich sperrt niemand ein! Ich bin eine Tigerin!“

Es war ein Aufschrei, laut genug, das Trommeln des Regens gegen die Fensterscheiben zu übertönen. Rote Flecken breiteten sich in ihrem Gesicht aus, ihre Brust hob und senkte sich hektisch. „Wie wäre es einfach nur mit selbstbestimmt leben und: Was ich mache, geht dich gar nichts an? Kein Naserümpfen über andere, sondern leben und leben lassen? Mit: Sich nicht zu definieren über die Schwächen und Fehler der anderen, sondern über die eigene Stärke? Über den Stolz auf den eigenen Körper, den eigenen Geist, die Schönheit deiner Seele, über das, was du erreicht hast und das, was andere auf ehrliche Art tun und erreichen, zu respektieren? Auch, wenn du selbst es anders siehst? Tiere existieren, aber Menschen sollten leben! Es ist die Tragik, dass die meisten den Unterschied nicht einmal verstehen. Als Google das erste Mal sagte: Du hast dein Ziel erreicht, habe ich es aus meinem Leben gefeuert. Ich lasse mich von keinem Computer mit Du anreden! Kinder und Unmündige spricht man mit Du an fremde Erwachsene, wenn man sie nicht respektiert. Zeitungen, Medien, Werbung – überall machen sie das, als wäre ich ein Stück Vieh, das man melken kann. Respekt ist es, was dieser Welt fehlt.“

Sinnend blickte sie in die verlöschenden Flammen des Kamins, die Ellenbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in den Händen, als stünde da eine Antwort. Die drei Buchenscheite waren heruntergebrannt, ab und zu zuckten noch kleine, kaum sichtbare Flämmchen hoch. „Sie ist krank …“ , murmelte sie, „… und Geistheiler fehlen, Glückstränen in Kinderaugen und Liebe, jede Menge Liebe. Die Menschen haben nicht einmal mehr Respekt vor sich selbst, sind sich selbst nichts mehr wert. Sie gehen aus dem Haus, zur Arbeit oder auf eine Feier und kleiden sich, wie ich abends nicht einmal den Müll hinausbringen würde.“

Sie strich sich andeutungsweise mit den Händen über die Brüste. Nichts Anzügliches lag darin, eher die verschämte Koketterie eines jungen Mädchens, dass ihren Körper erst noch entdecken will. „Es ist doch egal, ob ich dick oder dünn bin, schön oder hässlich. Es geht darum, was ich aus mir mache, was ich ausstrahle, ob ich anderen Energie spende oder Energie von ihnen ziehe, ob ich eine Nervensäge bin oder jemand, mit dem man gerne Zeit verbringt. Wenn ich ein Kleid anziehe wie einen Kartoffelsack, wird man mich behandeln wie einen Kartoffelsack; in zerrissenen Jeans ist in mir etwas zerrissen und ein Ring in der Nase oder sonst wo zeigt doch nur, dass ich so ein Teil auch in meiner Seele habe; dass da etwas kaputt ist, genau wie in meinem Gesicht. Was nützen innere Werte, wenn ich sie nicht auch außen zeige? Und das ist so ziemlich der einzige Punkt, in dem sich in der heutigen Zeit Frauen nicht von Männern unterscheiden. Fürchterlich …“

Sie schlug die Beine übereinander. Das Kleid gab schlanke Knöchel frei, Nylon schimmerte auf im Licht des verlöschenden Kaminfeuers. „Ich habe eine Freundin, die ist klein, dick und alles andere als hübsch. Aber ich muss nur fünf Minuten mit ihr zusammen sein, dann fühle ich mich, als hätte ich aus der Steckdose genascht und könnte den nächsten Mann flachlegen. Sie strahlt etwas aus, hat ein inneres Leuchten und es macht sie schön, wirklich schön … Meine Hüften sehen aus wie ein Schwimmring, meine Nase wie ein Einbruchswerkzeug und mein Kopf hat eine Form wie ein Osterei. Wenn ich meine Haare zu einem Dutt aufstecke, sehe ich aus wie der schiefe Turm von Pisa, nur auf elegant getrimmt. Na und? Heißt doch nur, dass ich mir eine andere Frisur ausdenken muss, wenn ich ins Theater will und ein Kleid tragen, dass meinen Schwimmring ein bisschen kaschiert. Wir Frauen haben so unendlich viele Möglichkeiten und was machen wir daraus? Wir säuseln verschämt: Ich mach mich nicht hübsch, ich will doch wegen meiner inneren Werte geliebt werden. Danke, setzen, fünf! Die Welt nicht verstanden! Dich selbst nicht verstanden! Gott, wenn ich mich selbst mag – und das tue ich – dann zeige ich das doch auch! Ich sitze hier zu Hause in einem Kleid, bin geschminkt und trage Strümpfe. Nicht, weil ich jemanden beeindrucken will, sondern weil ich es mir wert bin, schön zu sein. Schön für mich selbst. Wenn mich das zu einer Nutte macht, dann bin ich es gerne!“

Erstaunt blickte sie auf den Zigarettenstummel in ihrer Hand. Er war bis zum Filter heruntergebrannt. Sie warf ihn in den Kamin und griff mit fahrigen Bewegungen nach der Nächsten. Sie lachte, aber es lag keine Fröhlichkeit darin. „Was wirklich an mir perfekt ist, sind meine Zähne. Und die können beißen.“


1: Testosteron

2: Hass

3: Ausgeknockt

4: Bohni

5: Ego

6: Der Absturz

7: Die Festung

8: Eingemauert

9: Wenn ein Traum stirbt

10. Fessle mich!

11. Sourcecode