Sternenherz

   Grummelnd drehte er sich zur Seite und tastete nach dem Lichtschalter. Malgorzata hatte sich ein wenig aufgerichtet und er betrachte die Kette aufmerksam. Ein kleiner, vielleicht daumennagelgroßer, elfenbeinfarbener Stein bildete den Anhänger und in ihm pulsierte ein dunkelrotes Licht.
   Je länger er hinschaute, umso beruhigender wirkte es. Ihm war, als passte sein Herzschlag sich der Frequenz des Leuchtens an und eine seltsame Leichtigkeit erfasste ihn. Er besah sich die Kette. Sie bestand aus filigranen Gliedern, sah alt aus und doch gleichzeitig, als wäre sie gestern erst gekauft worden.
   „Sieht aus wie Silber, aber ich habe noch nie Glieder mit so einer ungewöhnlichen Form gesehen.“ Er suchte an Malgorzatas zartem Hals nach einem Verschluss in der Kette, aber er fand ihn nicht. Glied für Glied bildete eine makellose Reihe ohne jedwede Unterbrechung und auch am Sternenherz selbst gab es keine Erhebung oder Einbuchtung, die ein Öffnen zugelassen hatte. Stirnrunzelnd blickte er Malgorzata an. „Wo ist der Trick?“
   Sie stand auf, warf sich achtlos ihr Kleid über und drehte sich an der Schlafzimmertür noch einmal um. Der Mond beleuchtete ihren alabasterweißen Körper, wie dunkelrotglühende Lava ringelten sich die Locken auf ihrer Schulter und in ihren grünen Augen irrlichterte immer noch die Frage, die er nicht einmal benennen konnte. Nur eines wusste er – sie war die schönste Frau, der er jemals begegnet war.
   Malgorzata sagte ruhig: „Es ist kein Trick.“